Mhm, es gibt nicht viel zu erzählen. Ich bin gut angekommen.
Die SIM-Karte von meinem Handy ist deaktiviert, weil ich es mehr als 6 Monate nicht aufgeladen habe. Also hab ich nach kleinem Kampf eine neue (Movistar wollte meinen Ausweis nicht akzeptieren, Vodafone hat als billigstes Angebot was fuer 19 Euro - jetzt bin ich wieder bei Orange, 9 Euro).
Ich war noch Essen mit meinem ''Vermieter'' aus dem Chor - wir konnten abends um 10 Uhr noch draußen sitzen! ''Vermieter'' deshalb, weil ich in der Wohnung seiner Schwester wohne, die nicht da ist. Die Wohnung ist sehr neu und typisch spanisch sind die meisten Dinge noch in Plastik verpackt. Es ist in so einem Häuserblock wo alle Häser drumrum gleich aussehen und die in der nächsten Straße auch noch - zumindest sehr ähnlich. Leider ist es ziemlich weit draußen im Norden, nicht mehr im Metro-Bereich. Aber Metro Ligero (ML, wie Metro, fährt nur nicht so oft) gibt es. Mal sehen wie lange ich brauchen werde in die Stadt... oder zur Uni (weiter weg geht fast nicht mehr!). Internet gibt es leider auch keins.
Metrofahrten: 1
Zuerst muss ich bemerken, dass die tolle neue Wohnung kein warmes Wasser hat. Das ist bei 30 Grad Außentemperatur nicht weiter schlimm im Moment, aber trotzdem nicht so angenehm.
Ok... heute... ich war einkaufen im riesigen Corte Ingles eine ML-Station weiter. Nísperos, mjam :)
Gegen Mittag machte ich mich auf in die Stadt. Bis Nuevos Ministerios hab ich eine halbe Stunde gebraucht, damit ist die geschätzte Zeit bis zur Uni 1 1/4 Stunden. Eigentlich gar nicht so viel länger als von meiner alten Wohnung. Nur mit 3 Mal umsteigen....
Ich war in der Bibliothek um mir was zu lesen zu holen für die ganzen Metro-Fahrten, die ich wohl in nächster Zeit machen werde. '''El juego del Ángel'' von Carlos Ruiz Zafón - wollte ich schon letztes Jahr immer lesen, war nur immer ausgeliehen.
Dann bin ich zur Gran Vía gefahren und hab ein paar Montaditos gegessen bei 100 Montaditos in der Calle Montera. Die Baustelle ist weg, aber sonst hat sich nichts verändert - die Damen sind immer noch da.
A propos verändert: Die Baustelle auf der Plaza del Sol ist weg!! Die ganzen 1,5 Jahre, die ich dort gewohnt habe war dort Baustelle. Sie wanderte von einer Seite des Platzes zur anderen, aber sie war immer da. Und jetzt ist die neue Regionalzug-Station endlich fertig! Sieht schön aus! Außerdem haben sie den Bären wieder an die ursprüngliche Stelle versetzt, er ist jetzt an der andren Seite des Platzes, Richtung Banco de Españe und so. Verwirrend, wenn man das als Treffpunkt gewählt hat!
Um 16:30 Uhr (nachdem ich noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert bin) traf ich mich mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin (der Peruanerin). Sie ist grad auch zu Besuch in Madrid. Wir haben uns ein Eis geholt und uns in den Park neben dem Palast gesetzt - in den Schatten. Es ist heiß. Ihr geht es gut. Und sie redet noch so viel wie früher ;)
Um 7 brach ich dann auf Richtung Gemeinde. Auf dem Weg machte ich gleich noch Bekanntschaft mit der spanischen Einschätzung der jüngsten Ereignisse in Nahost: In der Metro sprach mich eine Frau an ''Eres judía?'' (''Bist du Jüdin?'') - ''Äh, Sí?''' (''Äh, ja?''') - ''Los Israelís son asesinos. Matan a gente. Muy mal.'' (''Die Israelis sind Mörder. Sie töten Leute. Sehr schlecht.'' - und sie stieg aus und ließ mich sprachlos zurück.
In der Gemeinde traf ich einige Leute wieder, die ich kannte. Eine kleine (anonymisierte) Liste:
Ich stand recht früh auf und ging zum Gttesdienst... ich hatte es AC versprochen. Ich war trotzdem zu spät (ich stand auf als es anfing und ich habe ja eine Stunde Weg), aber es war noch ausreichend übrig...
Mittags ging ich im Retiro spazieren und setzte mich auf die Wiese um ein bisschen zu lesen. Dann ging ich noch die Schildkröten in Atocha angucken. Gegen 3 Uhr machte ich mich auf den Heimweg zum Mittagessen und Siesta. Regionalzüge sind auch eine schnelle Möglichkeit durch Madrid zu kommen!
Gegen 7 Uhr brach ich dann wieder auf zum letzten Besuch bei der Gemeinde für heute. Bis ich wieder daheim war, war es wieder 12...
Metrofahrten: 10 (echt!)
Ich habe meinen Rucksack abeholt, der noch in meiner alten WG war. Dort wohnt im Moment nur noch eine Mexikanerin, die Ende des Monats auch auszieht. Im letzten Jahr haben sich viele Dinge verändert, die ganzen Möbel sind umgestellt. Es waren auch zwei Briefe für mich da, einer mit einer Mahnung, von dem ich ja schon erfahren hatte, und einer mit einem Bescheid von der Bank was ich im Jahr 2009 an Kapitalertragssteuern gezahlt habe (1 Euro).
Nach diesem Besuch in der Vergangenheit fuhr ich zu meiner ehemaligen peruanischen Mitbewohnerin, die mich zu einem Mittagessen mit peruanischem Essen eingeladen hatte. Außer mir waren noch eine andere Peruanerin, ein Venezolaner, eine Kolumbianerin, zwei andere Lateinamerikanerinnen und zwei Spanier da (man muss immer mindestens einen Spanier dabeihaben, für die Quote). Es war nett, nur der eine Spanier war mir etwas suspekt von dem Moment an wo er sagte ''ah, Deutschland, ich bewundere die Deutschen so sehr''. Wir sind ja so effizient und ehrlich und arbeiten usw. Kenn ich alles schon. Er meinte, er hätte gerne ein paar Deutsche, die Spanien regieren und dafür sorgen, dass alles funktioniert. Ich hab mir den Kommentar ''hätten wir nur den 2. Weltkrieg gewinnen müssen'' verkniffen...
Außerdem habe ich jetzt die Geschichte der Mahnung erfahren. Es ging um einen Anruf bei einer kostenpflichtigen Hotline, den niemand gemacht haben wollte. Daher haben sie ihn nicht bezahlt und daher die Mahnung. Auf mich, weil - obwohl ich das Internet ja auf meine Mitbewohnerin übertragen habe - der Telefonanschluss noch auf mich läuft. Mal sehen, wie lange noch... aber ich hab auch keine Lust mich jetzt noch mit Telefónica rumzuärgern. Die können ja Briefe schicken und versuchen was von meinem Konto einzuziehen *g*
Danach war ich noch bei meinem ''Sonntagsunterricht'' und lernte über Lachen und Wut.
Ich hatte noch nicht wirklich Hunger danach (um 8 - wir hatten erst um halb 5 gegessen), aber Lust auf Schokolade. Also fuhr ich nochmal ins Zentrum und aß/trank eine Chocolate Caliente bei der Chocolatería San Ginés. Lecker!
Auf dem Rückweg schaute ich noch auf der Plaza Mayor und der Plaza de la Villa vorbei, und dann wollte ich eigentlich mit dem Regionalzug heimfahren. Bis ich zum Eingang kam war allerdings ein kleiner Kampf, da die ganze Plaza del Sol mit Menschen überfüllt war, die irgendeiner Prozession zuschauten und was mit María sangen. Ist heute irgendein besonderer Tag?
Daheim machte ich mir ein paar Nudeln und setzte mich an meinem Vortrag. Immerhin wollte ich da morgen mit dem Prof drüber sprechen. Jetzt hab ich 30 Folien und keine Lust mehr. Ich werde jetzt noch ein bisschen Spanisch üben und dann ins Bett gehen. Morgen wird spannend... mal sehen, was alles schiefgeht.
Metrofahrten: 8
Ich bin an die Uni gefahren. Zuerstmal hab ich einen Kaffee getrunken - er ist noch genauso schlecht wie ich ihn in Erinnerung habe. Dann bin ich ins Labor gegangen. Dort ist gerade mal wieder der Server kaputt, die Partition F laesst sich nicht mehr finden und leider ist dort alles - Mail, FTP, Webseite, Datenbank, ... - aber ich bin nicht mehr verantwortlich!
Ich habe mit den Leuten im International Office alles geklärt was es noch zu tun gibt. Am Freitag muss ich
Ein Tag voller Organisation. Zuerst fuhr ich an die Uni um mein ''Skype-Date'' wahrzunehmen (8 Uhr aufstehen, 10 Uhr da). Da ich ja einen Account der Uni habe, kann ich an jeder Fakultät ins Internet. Leider ist die einzige, die ich kenne außer Informatik die Facultad de Telecomunicaciön, in Madrid Ciudad Universitaria. Auch dorthin brauch in fast eine Stunde, aber naja - das brauch ich so ziemlich überall hin.
Danach druckte ich meine Diplomarbeit (die spanische Version) und fuhr zu dem Laden, wo meine Diplomarbeit gebunden werden sollte. Der Mensch war sehr nett, erkundigte sich woher ich komme und so und versprach es bis Donnerstag zu machen. Ich solle Donnerstag Vormittag anrufen, dann sagt er mir um wieviel Uhr ich es abholen kann. Ich sagte ihm, dass es mir egal sei um wieviel Uhr, Hauptsache Donnerstag, denn Freitag Morgen wird halt knapp (ich will um 11 Uhr da sein, d.h. 10 Uhr muesste ich von dem Laden aus los, spaetestens). Hoffen wir, dass es klappt.
Dann war schon Mittag (= 2 Uhr) und ich hatte Hunger und war müde, also fuhr ich heim. Nach dem Mittagessen machte ich eine kleine Siesta und gegen 5 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Uni. Ich gewöhne mich langsam wieder an den spanischen Lebensrythmus ;)
Den Nachmittag verbrachte ich mit Mails schreiben, an der Präsentations basteln, über das Paper diskutieren in Skype mit meinem deutschen Betreuer und Dinge rausfinden im Internet. Z.B. welches der schnellste Weg von mir zur Uni ist - der ist sehr interessant und ich werde das morgen mal probieren, ich haette nie gedacht, dass der schneller ist. Ich wollte eigentlich auch ein paar Bildchen machen für meine Präsentation, aber leider lief meine Software nicht. Ich denke, ich werde auf die Demo der Software im Endeffekt verzichten, es ist zu riskant, es hat noch nie auf Anhieb geklappt, meist habe ich eine halbe Stunde rumprobieren müssen. Schade...
Abends traf ich mich mit meinem ''Vermieter'' bei ihm und wir bestellten Pizza und ich bestaunte sein Klavier. Es ist ein normales Klavier, lässt sich aber umstellen auf elektronisch mit Kopfhörer, so dass man auch mitten in der Nacht spielen kann. Das funktioniert mit optischen Sensoren, die aus kleinen Plastikblättchen, die unten an den Tasten kleben, und einen Farbverlauf von durchsichtig zu schwarz haben. Aus denen wird die Anschlaggeschwindigkeit bzw. Lautstärke berechnet. Oder so. Jedenfalls sehr beeindruckend.
Oh ja, und wenn ich das nächste Mal Internet habe muss ich unbedingt ein Youtube-Video finden über Präsident Chavez, der Häuser enteignet...
Er bestand darauf mich heimzufahren, sonst wäre ich heute noch mehr Metro gefahren. Bald habe ich mein (600 Seiten dickes) Buch ausgelesen!
Metrofahrten: 12
Wieder war ich morgens an der Uni, Fakultät für Telekommunikation. So langsam kennen sie mich schon im Gang im dritten Stock...
Ich verbrachte die Zeit mit Mails, Coalda Screenshots für meine Präsentation und dem Schreiben an der Präsentation.
Um drei traf ich mich dann mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin und ihren Latino-Freundinnen zu ihrem Geburtstagsessen. Es gab sogar auf dem Menu del Día etwas vegetarisches!
Nach dem Mittagessen (17:30 Uhr) fuhr ich heim und setzte mich an die letzten (hoffentlich!) Änderungen meiner Präsentation. Dann probte ich sie auf spanisch, schrieb mir die Worte auf, die mir fehlten und Stichworte für die zwei ersten Folien. Damit es mir nicht so geht wie bei der Präsentation meiner Studienarbeit, wo ich die ersten zwei Folien lang keinen korrekten spanischen Satz bilden konnte.
Zur Belohnung für den arbeitsamen Tag kochte ich mir Setas (Pilze) mit Knoblauch. Merke: Pilze waschen ist eine schlechte Idee (Stichwort Schwamm).
Nach dem Essen (spät) schaute ich mir nochmal die Version des Papers an, die heute Mittag im SVN war... scheint nicht so viel geändert zu sein.
Zum Abschluss des Tages schrieb ich noch diesen Tagebucheintrag und suchte ein paar Bilder raus. Morgen kann ich es dann ins Internet stellen.
Erwähnen muss ich noch, dass es heute den ganzen Tag geregnet hat. Zum Glück war es zu den Zeiten wo ich unterwegs war nur so ein leichter Nieselregen. Richtig geschüttet hat es dann so gegen 8 Uhr abends. So viel zu Spanien und Sonne...
Metrofahrten: 7
Noch ein regnerischer Tag.
Ich war an der Uni, Facutad de Telecomunicación, hab ein bisschen gearbeitet. Um 4 machte ich mich auf den Weg meine gebundenen Arbeiten abzuholen. Aber vorher ging ich noch in die Bibliothek, ich habe das Buch nämlich durchgelesen. Ich holte mir diesmal zwei dünnere Bücher, da muss man nicht so viel mitschleppen in der Metro.
Dann ging ich in den Laden und konnte noch zusehen wie die Deckel an meiner Arbeit festgeklebt wurden. Währenddessen unterhielt der Mann sich mit mir und wollte alle möglichen Dinge über Deutschland wissen. Ich glaub, ich war eine halbe Stunde dort! Er schenkte mir noch ein Heftchen mit leeren Seiten und die Vorlagen für das Titelblatt. Nett.
Als ich aus der Tür trat, sahe es wieder so aus als wollte es gleich Hunde und Katzen regnen. Also machte ich mich schnell auf den Heimweg mit nur einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt um neue Milch und Saft zu kaufen. Aus sentimentalen Gründen wählte ich den Ahorra Más bei mir um die Ecke. Das bezahlte ich damit, den Einkauf die ganze Zeit in der Metro mitzuschleppen. Dabei war mein Rucksack mit den Büchern und Ausdrucken eh schon schwer genug.
Daheim angekommen las ich etwas, dann machte ich Essen und ging nochmal die Präsentation durch. Weil es dann immer noch zu früh war um schlafen zu gehen programmierte ich noch etwas an der Berechnung der U-Matrix rum. Morgen mal testen (ich hab ja kein Internet, also auch keine Datenbank, daher kann ich nicht testen).
Ja... und jetzt ist der Rucksack gepackt, alles für morgen bereitgelegt und ich bin viel zu nervös um zu schlafen. Aber da mir so viele Leute die Daumen drücken kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!
Metrofahrten: 6
Kurzversion: Ich habe bestanden und allen Papierkram erledigt!!
Also... ich stand um 8 auf, fuhr um 9 los und war um 10:45 Uhr an der Uni. Da ich gestern in der Bibliothek war, habe ich was zu lesen. Dort gab ich als allererstes das blaue Exemplar meiner Diplomarbeit im International Office ab. Dann ging ich in die Bibliothek und holte mir den Schein, dass ich keine Bücher mehr ausgeliehen habe. Die vom International Office hatten ihr schon erzählt, dass ich kommen würde und sie war sehr nett, wünschte mir Glück und meinte ich würde keine Probleme haben mit dem Spanisch, ich würde ja so gut sprechen!
Der Prof war auch schon da als ich dann ins Labor kam und zeigte mir gleich in welchem Raum die Präsentation sein sollte. Die Information schrieb ich gleich an alle Leute, die ich eingeladen hatte. Dann konnte ich mir endlich den ersten Kaffee holen.
Bald war es dann auch Zeit alles aufzubauen und um 12 Uhr war ich fertig und fing an zu warten. 12:10 Uhr - keiner da. Ich ging mal raus um zu schauen und da standen alle (= mein Prof, der Linguistikprof, die Leute aus dem Labor) im Gang und warteten auf das dritte Mitglied des "Tribunals" (Mathematikprof). 12:15 Uhr - mein Prof ging mal runter in ihr Büro und kehrte dann mit ihr zurück, sie dachte es wären im Raum nebenan und sie würde schon merken, wann wir kommen.
Um 12:25 Uhr ging es dann endlich los. Es waren nur die Leute aus dem Labor da, niemand von denen, die ich eingeladen hatte. Ich brauchte 40 Minuten für meine Folien und alles lief gut, ich hatte auch keine Probleme mit dem Spanischen. Danach kamen noch Fragen. Zuerst die Mathematikerin, sie hatte ein paar Detailfragen zur SOM - ich glaube, sie hatte es verstanden.
Dann kam der Linguist und er meinte gleich von vornherein er habe es nicht so verstanden das mit den SOMs und spreche nur vom Standpunkt eines Benutzers aus. Er hatte ein paar komische Fragen, die ich meinte schon erklärt zu haben, und meckerte zu ein paar Punkten in der Ausarbeitung (d.h. er hat es gelesen!).
Dann mein Prof, er hatte nur eine Frage: "Das mit den SOMs ist mir noch nicht so ganz klar. [...] Heutzutage reden alle von maschinellem Lernen, wo hast du maschinelles Lernen und wie würdest du es definieren?" Keine Ahnung, was er genau hören wollte, wohl nicht das, was ich antwortete.
Aber das Resultat ist sehr gut und ich rannte dann gleich los ins International Office. Es war inzwischen 13:30 Uhr und das Prüfungsamt hatte geschlossen. Macht nichts, meinten sie im International Office. Der eine ging mit mir und dem Papierkram rüber und so konnte ich direkt alles erledigen. In der Bank war ich auch noch 5 Minuten bevor sie schlossen, so dass ich jetzt offiziell Ingenieur bin in Spanien! Das richtige Zeugnis braucht ein Jahr...
Nachdem der Papierkrieg erledigt war ging ich essen mit den Leuten vom Labor. Sie sind alle ziemlich gefrustet, weil sie immer noch als Admin arbeiten obwohl sie kein Geld mehr bekommen. Und seit letztem Wochenende ist der Server kaputt, das Backup funktioniert nicht und alles ist ein großes Chaos. Ach ja, die Administration...
Nach dem Mittagessen machte ich dann noch die Runde um mich zu verabschieden von den Leuten, die ich hier noch kenne. Demnächst mache ich mich dann auf den Weg zum Chor für die Absolventenfeier der Fakultät für Telekommunikation. Das wird jetzt eben auch meine Feier ;)
Mal sehen, wann ich das nächste Mal Internet habe... oder bis Dienstag zurück in Deutschland!
Ich stand relativ früh auf und ging zum Gttesdienst. Die wichtigen Teile bekam ich noch mit. Und ich konnte mich noch verabschieden von AC, wir unterhielten uns noch ca. 20 Minuten auf dem Weg zur Metro (die Haltestelle ist ungefär 10 Meter weg).
Eigentlich war ich um 2 zum Essen verabredet mit meiner peruanischen Ex-Mitbewohnerin, aber sie meinte sie würde es erst um halb 5 schaffen, also ging ich heim und aß dort.
Um halb 4 machte ich mich dann wieder auf den Weg in die Stadt und war pünktlich um halb 5 am Bären an Sol - nur um die Nachricht zu lesen, dass sie noch daheim war. Ein Telefongespräch ergab als beste Lösung uns in 20 Minuten in Goya zu treffen.
Da es regnete beschlossen wir die von mir schon für letzten Freitag geplante Schokolade (die dort durch Eis ersetzt wurde) zu trinken und setzten uns in einen Café-y-Té. San Ginés ist besser, aber es gab noch leckere Muffins und Pfannkuchen! Und wo man sich unterhält ist ja auch fast egal.
Um halb sieben verließ ich sie um pünktlich um sieben in Callao zu stehen und auf meine portugiesische ehemalige Zwischenmieterin zu warten - die um 19:20 Uhr eintraf. Heute hab ich es irgendwie mit pünktlich sein, muss ich mir wieder abgewöhnen!
Wir liefen etwas durch die Stadt und landeten am Ende in der Bar, wo wir schon oft waren. Mein erster Sangría in diesen 10 Tagen!
Ihr geht es gut, sie will im Oktober wieder zurück nach Portugal, weil es in Spanien keine Arbeit gibt. Nicht dass es in Portugal welche gäbe, aber da hat sie wenigstens Familie. Auf die Frage, ob man die Krise in Portugal auch deutlich merkt war die Antwort "Nein, eigentlich ist alles wie immer!" - mhm...
Gegen 10 machte ich mich auf den Heimweg und war um 11 daheim. Dort setzte ich mich an den Computer und machte noch was zu essen. Dann las ich mein Buch weiter ("La púrpura negra", es ist etwas seltsam, aber wissen wie es endet will ich schon noch) und schlief auch bald.
Metrofahrten: 10
Von diesem Tag gibt es nicht viel zu erzählen. Ich war daheim, las, programmierte, verarbeitete die letzten Tomaten zu Nudelsoße und hatte keine Lust in den Regen rauszugehen (obwohl es zeitweise auch schön war).
Am Nachmittag (um 7) traf ich mich noch mit meinem "Vermieter" auf einen Saft bzw. Horchata. Er bestand drauf mich danach heimzufahren und mir zu zeigen wie ich das Gas abdrehe und den Kühlschrank ausmache. Na gut... 20 Minuten Heimweg statt 45...
Abends tat ich auch nicht mehr viel. Der, mit dem ich mich eigentlich treffen wollte, rief nicht mehr an und ich hab seine Nummer nicht. Naja, auch nicht so wichtig.
Metrofahrten: 2
Mein letzter Tag.
Ich stand relativ früh auf, packte, putzte und spülte alles Geschirr. Dann machte ich mich auf in die Stadt um noch die letzten Besorgungen zu machen. Unter anderem musste ich dazu ins Schinkenmuseum um ein paar Packen Schinken für Chorleute mitzubringen und ein Schinkenbrötchen (Zitat: "Naja, 100 Gramm sind mir eigentlich schon zu viel... aber so ein Brötchen wäre schon lecker"). In der Nähe fand ich noch ein argentinisches Geschäft, das Dulce de Leche hatte!! Damit kann ich auch jemanden glücklich machen!
Zwischendurch lief ich auch noch durch eine mir bis dahin nicht bekannte Straße, die Straße der vom Lastwagen gefallenen Dinge. Es gibt dort alles mögliche, was sie sonst auf den Bettdecken am Straßenrand verkaufen: Sonnenbrillen, Regenschirme, billigen Schmuck, Strandschuhe, Fächer, Stofftiere, Perücken, ...
Als ich das Schinkenmuseum verließ, geriet ich noch in einen "kleinen" Regenschauer. Es schüttete wie aus Kübeln, ca. 10 Minuten lang. Danach war es wieder sonnig und warm. Aber ich war schon klatschnass. Danke für diesen Abschied, Madrid!
Als letzte kulinarische Erfahrung in Madrid aß ich noch eine Falafel bei Maoz (die besten Falafel Spaniens, mindestens!) gefolgt von einer heißen Schokolade bei San Ginés. Könnte nicht vielleicht bald ein Spanier nach Stuttgart auswandern und eine Chocolatería eröffnen?
Gegen halb fünf machte ich mich auf den Heimweg, war viel zu früh daheim (viertel noch fünf oder so), las noch etwas (ich habe auch Bücher gekauft, wie immer) und machte mich dann mit Bus und Metro auf zum Flughafen. Auch dort war ich viel zu früh und der Flug hatte Verspätung, so dass ich genug Zeit für einen Kaffee hatte (bei einem Laden der "tapas, snacks, cooffe" verkauft). Erst der dritte in 10 Tagen und keine Entzugserscheinungen!
Der Flug war ziemlich grauenhaft, viele Turbulenzen und eine Gruppe betrunkener Russen. Singend. Naja, ich hatte ja mein Paper um mich abzulenken.
Um 11 Uhr war ich dann auch in Stuttgart und nachdem wir geklärt hatten warum Germanwings nicht da ankommt, wo sie immer ankommen, konnten wir auch endlich heim. Nächste S-Bahn 26 Minuten - willkommen in Stuttgart!
Metrofahrten: 8