Liebes Tagebuch ...

Mittwoch 6.5.09

Vom kühlen regnerischen Deutschland lande ich bei 20 Grad um 8 Uhr abends und werde von Hitze erschlagen.

Donnerstag 7.5.09

Buhuuu, sie haben den Fahrplan geändert und der Bus fährt jetzt 5 Minuten früher. Fies.
Sonst hab ich nur Spaß mit Windows File-Sharing.

Freitag 8.5.09

42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest - wir haben's ja schon immer gewusst! Siehe hier

Samstag 9.5.09

Chorreise nach Salamanca!!
Wir waren um 8:15 Uhr verabredet am Bahnhof Chamartín. Ich war da (Kaffee!!) und noch drei andere. So gegen fünf vor halb kam der Großteil vom Rest und auch der Dirigent (mit den Tickets). Um 8:43 Uhr kam noch eine Altistin. Um 8:45 Uhr fuhr der Zug. Passt doch :)
Im Zug hatten wir sofort die absolute Kontrolle über den Lärmpegel im Wagen (pototon pototon ton ton), aber unser Dirigent erlaubte uns nicht zu singen bis wir an der letzten Station vor Salamanca vorbeigefahren waren - damit sie uns nicht rausschmeißen konnten. Erstaunlicherweise unternahm niemand auch nur einen Versuch uns rauszuwerfen.
Mein Reiseführer sorgte für einige Diskussionen. Die erste Diskussion gab es über den Teil "10 Reasons Why Spain Is Controlled Chaos", der den Satz enthielt "While American children are snugged securely in their beds at dusk, Spanish youth are left to run wild producing mayhem in the streets until midnight". Die Spanier fühlten sich als "Wilde" behandelt - trotz meinen Erklärungsversuchen, dass es ungewöhnlich sei für einen Ami/Deutsche/Nordeuropäer nachts Kinder drauß zu sehen und es nichts mit "unzivilisiert" zu tun hätte.
Die zweite Diskussion entstand über die Bilder - wozu man sagen muss, dass der Lonely Planet wirklich eine sehr seltsame Auswahl an Bildern hat. Das Titelbild (siehe z.B. bei Amazon) zeit einen Ziegenhirten mit seiner Herde - auch das vermittelt ein wenig das Image von "unzivilisiert" und "technologically impaired". Da kann ich auch nur voll zustimmen. Demnächst muss ich mal den Lonely Planet Deutschland anschauen :)
Als wir in Salamanca ankamen fuhren wir zur Jugendherberge und diskutierten über die Zimmerverteilung (lieber Unichor - das lässt sich auch ohne 1000 Listen regeln - zumindest bei 17 Personen). Ich landete mit meinen beiden Alt-Stimmgenossen (existiert dieses Wort?) in einem 4er-Zimmer. Spanische Jugendherbergszimmer unterscheiden sich nicht wesentlich von deutschen.
Da schon fast Essenszeit war zogen wir auch bald los um etwas essbares zu finden. Das gestaltete sich etwas schwierig, weil wir einmal eine recht große Gruppe waren (18 - wir 17 plus unseren Führer von dem Chor in Salamanca) und andererseits natürlich jeder etwas hatte was ihm an Restaurant X nicht gefiel (z.B. durfte man nicht singen, pototon pototon ton ton). Am Ende landeten wir in einem komischen Italiener, wo sie uns mit Mittagsemenü hinlockten, was es am Ende aber nicht gab. Naja...
Den Nachmittag über schauten wir Salamanca an und versuchten unseren Dirigenten zu überreden uns einzuladen auf einen Kaffee. Ohne Erfolg :(
Am späten Nachmittag gab es dann noch eine Probe in der eiskalten Kirche wo wir singen sollten (pototon pototon ton ton). Wie sie es schaffen die Kirche so kalt zu bekommen ist mir ein Rätsel...
Typischerweise waren wir spät dran und mussten also in aller Eile zurück in die Jugendherberge um uns umzuziehen und wieder zur Kirche zu fahren. Das Konzert lief nicht schlecht (pototon pototon ton ton), auch unser ganze 2 Mal geprobtes gemeinsames Stück ("Oh yeah"). Die Einzige, die vor Scham im Boden versinken wollte, war eine unserer Sopranistinnen. Zuerst sang sie beim gemeinsamen Stück in die Generalpause. Dann, als zwei von dem anderen Chor rausgingen um die Blumen zu holen, dachte sie, dass wir abgehen und ging mit - nur um dann wieder rauszukommen um den Applaus mitzukriegen. Ups :)
Nach dem Konzert gingen wir in ein Restaurant wo es Abendessen gab für uns alle. Die Vorspeise war ... ein Teller Schinken. Ich bat um einen Salat und bekam auch einen, allerdings mit Thunfisch. Die Hauptspeise war ... gegrilltes Ferkel. Ich wollte schon noch einen Salat bestellen, da kam der Dirigent und meinte es täte ihm furchtbar leid, eigentlich hätte man wählen können sollen zwischen Fisch und Schwein, aber das Restaurant hätte aus irgendwelchen Gründen angenommen jeder will Schwein. Aber sie haben dann doch noch einen Fisch gefunden für mich. Spanien!
Während dem Essen sangen wir erstaunlicherweise mal nicht. Dafür die am Nebentisch. Wie sich herausstellte war es ein baskischer Chor (Durchschnittsalter 60). Sie sangen uns was vor, wir dann ihnen (pototon pototon ton ton), sie wieder uns und sie waren ganz begeistert, dass so junge Leute auch singen :) Zum Abschied sangen sie mit uns (naja, mit allen außer mir) noch ein sehr bekanntes baskisches Abschiedslied. Auf baskisch natürlich, was für eine seltsame Sprache.
Die spanische Kultur war für den Abend aber damit noch nicht vorbei. Irgendjemand fing an Sevillanas zu singen und zwei aus unserem Chor fingen an dazu zu tanzen. Mit bayrischem Ländler ist mir das in Deutschland noch nie passiert ;)
So gegen 1 waren wir mit dem Essen fertig. Ich und noch ein paar andere gingen zurück in die JuHe, während der Rest noch feierte ...

Sonntag 10.5.09

Das Frühstück in spanischen Jugendherbergen ist sehr schön an spanische Zeiten angepasst: Von 9 bis 10. Also kam auch ich um viertel vor 10 in den Genuss eines Tees, komischem Zwieback und zwei Mini-Magdalenas. Danach hieß es packen und Zimmer verlassen.
Wir aßen zu Mittag in einem sehr netten kleinen Restaurant (mit Mittagsmenü!) neben der Uni. Da wir wie üblich sehr laut waren (pototon pototon ton ton) meinte unser Dirigent irgendwann "Hier sind noch andere Leute außer uns, vergesst das nicht!". Woraufhin eine unserer Sopranistin meinte "Ach, das ist schon ok, die sind cool drauf, oder nicht?". Glücklicherweise hatten die Leute am Nachbartisch Spaß dran :)
Als wir alle anderen Gäste los waren fragte der Kellner was wir denn für eine Gruppe seien. "Ein Chor", antworteten wir. Ob wir denn was singen würden für ihn und die Kollegen. Also sangen wir unser "El Menu*". Anscheinend gefiel es ihnen, denn wir bekamen einen Schnaps aufs Haus.
Für den Nachmittag teilten wir uns in etwas kleinere Gruppen um Salamanca weiter zu erforschen (pototon pototon ton ton). Wir stiegen auf das Dach der Kathedrale und gingen in ein paar Gärten und in irgendwelche Höhlen von irgendwelchen spirituellen Leuten.
Um 8 Uhr abends mussten wir wieder in den Zug steigen für die Heimfahrt. Davor kauften wir Proviant: Schinken, Chorizo, komische Pastete, Empanadas, ... und ich bestand auf einer Packung Käse und eine andere auf Orangen. Und natürlich Schokolade. Das ganze Zeug wurde dann im Zug gegessen, zur Freude der anderen Passagiere natürlich. Noch ein kleiner Dialog: "Serviette!" - "Hier." - 1 Minute später, derselbe Mensch "Serviette!" - "Hier" - wieder 1 Minute später, derselbe Mensch "Serviette!" - "He, meinst du Servietten wachsen auf Bäumen?" - "In gewisser Weise schon..."
Auf dem Bahnhof in Madrid sangen wir dann zum letzen Mal "Las Cañas" (pototon pototon ton ton) und jeder ging seiner Wege... ins Bett.


* Sie singen etwas zu schnell finde ich, aber immerhin ist die Qualität nicht so furchtbar wie bei den anderen Videos, die ich gefunden habe.

Montag 11.5.09

Müde, heiser und erkältet. Und an der Uni.
Am Abend bekomme ich Besuch aus Deutschland von zwei Chorleuten. Wir machen allerdings nicht mehr viel außer dem typischen Abendspaziergang durch Madrid.

Dienstag 12.5.09

Ich habe die Verschiebung meiner Präsentation der Studienarbeit beantragt wegen "Razones académicos". Mal sehen was draus wird. Ein Spanier hat mich begleitet und die Frist ist noch bis Freitag. Fast langweilig!
Den Rest des Tages war ich mal wieder Madrid-Reiseführer. Zuerst haben wir gut gegessen in La Latina, dann waren wir in der Kathedrale und in Atocha um Schildkröen anzuschauen und schließlich im Retiro mit einem Picknick. Und abends waren wir Tapas essen und einen Tinto de Verano trinken auf der Plaza Santa Ana.
Die Stimme aus dem Off meint, dass ich unbedingt erwähnen muss, dass wir Frauen gemeinsam auf dem Klo waren :)
Mehr fällt mir nicht mehr ein - ich habe ein Gedächnis wie ein Fisch (so sagen die Spanier, weiß nicht ob Fische besonders vergesslich sind... es gibt auch "Tiene memoria de teflon - nada se pega" bzw. "Er hat ein Gedächnis wie Teflon - nichts bleibt hängen").

Mittwoch 13.5.09

Mal sehen, was es heute gab... achja, Picknick geplant im Campo del Moro, leider war dort aber geschlossen, so dass wir den Berg wieder hochlaufen mussten und unser Picknick im Parque de la Montaña essen mussten. Egal, grün und sonnig. Wir Frauen schliefen ein :)
Den Rest des Nachmittags wollte meine Besucherin im Hostal verbringen, weil es ihr nicht so gut ging. Ich fuhr heim und machte auch nicht mehr viel. Am Abend kam dann mein Besucher mit dem Gepäck, das sie mir dalassen wollten und wir kochten noch. Morgen geht's nach Cuenca!

Donnerstag 28.5.09

Unser zweites Konzert, wieder in der Kirche "Nuestra Señora de las Maravillas y de los Santos Justo y Pastor" (Spanier haben was übrig für einfache Namen). Es lief ganz gut, auch wenn das letze Chormitglied ca. 2 Minuten vor Konzertbeginn kam - Stau. Leider war er auch derjenige, der das Passwort für den Rechner hatte, mit dem die Aufnahme gemacht werden sollte, daher fingen wir mit etwas Verspätung an. Wir waren heute nur zu dritt im Alt, aber wir schlugen uns tapfer.
Auf dem Weg zur Metro traf ich jemanden, den ich kenne. Zufällig (nein, niemand aus dem Chor und auch niemand, der beim Konzert war). Madrid ist doch klein!

Freitag 29.5.09

Meine ehemalige Mitbewohnerin ist mich besuchen gekommen und wir waren im Yambala - genau wie früher. Wir hatten noch eine portugiesische Freundin von mir mitgenommen und ein paar Freunde von ihr (2 Mexikaner und ein Däne), so dass wir mal wieder eine sehr schön internationale Gesellschaft waren.
Morgen gehen wir heiße Schokolade frühstücken.
Ah, und ich habe heute wieder zufällig jemanden getroffen, den ich kenne! Vielleicht ist Madrid wirklich klein :)

Sonntag 31.5.09

Ich grüble über meinen Briefwahlunterlagen, die letze Woche gekommen sind... so viel Papier! Aber wie meine Mitbewohnerin sagte: "Zumindest ist es bunt!"
Meine ehemalige Mitbewohnerin verlässt mich wieder.

Montag 1.6.09

Der Morgen an der Uni mit netten neuen DNS-Problemen und keinem Mittagessen (warum treten Probleme immer dann auf, wenn man gerade mittagessen will??).
Am Nachmittag hole ich dann den nächsten Besucher ab. Wir laden sein Gepäck bei mir ab und fahren in die Stadt um einen kleinen Snack zu essen (100 Montaditos). Mit Ausblick auf interessante Straßen ähem.
Kurz darauf geht es auch schon wieder zum Flughafen um die Freundin meines Besuchers abzuholen, wieder heim um das Gepäck loszuwerden und dann schon wieder in die Stadt um etwas zum Essen zu finden. Wir laufen eine halbe Ewigkeit durch Huertas um am Ende draußen sitzen zu können. Am Nebentisch - Deutsche. Aber das Essen war nicht schlecht und es war warm und richtig Urlaub :)
In der Nacht reparierte ich noch den DNS. Scheiß Windows.

Dienstag 2.6.09

Los geht es auf Entdeckungsreise durch Madrid. Mal wieder :)
Diesmal fangen wir an an der Plaza Colon, wo wir uns mit einem Spanier treffen, der im Oktober nach Deutschland will (und übrigens noch keinerlei Antwort von der Uni hat). Er führt uns bis zum Retiro und wir schlendern etwas über die Feria del Libro. Allerdings sind die Bücher alle auf Spanisch und es ist sehr heiß, so dass wir nach ca. der Hälfte der Stände (es sind 357 insgesamt, wenn ich mich recht erinnere) aufgeben. Nach einem kurzen Spaziergang an den Sehenswürdigkeiten vorbei ("Hier ist der See wo der Reiseführer sagt, dass man Boot fahren muss" - "Hier sollen eigentlich Ausstellungen sein, aber sie bauen hier nur" - "Das ist wirklich eine Ausstellung, aber keine weiß was das soll" - "Hier lachen sich Erasmusleute immer schief, aber 'pisar' hat nichts mit dem zu tun was man denkt, sondern heißt 'betreten'") setzten wir uns ins Gras zum Picknicken.
Nach dem Picknick folgte eine Siesta und danach ging es nach Atocha zum Schildkröten gucken und Kekse kaufen. Von dort aus gingen wir ins Stadtmuseum bei mir um die Ecke. Leider wurden wir um 8 rausgeworfen, aber wir konnten fast alles sehen.
So gegen 9 brachen wir dann wieder zum Nachtleben auf. Diesmal nach La Latina. Wir wanderten ewig durch die Gassen, hatten aber ein Entscheidungsproblem. Am Ende landeten wir in einem eiskalten Lokal, das auf die Preise in der Karte noch 10% "Tischservice" und 7% Mehrwertsteuer aufschlug. Willkommen in Madrid. Und wir lernten, dass "Getrocknete Früchte" durchaus irreführend sein kann (Rosinen und Nüsse).
Nach einem kleinen Nachtspaziergang durch Madrid fielen wir todmüde ins Bett.

Mittwoch 3.6.09

Ich musste an die Uni, weil die Leute es alleine nicht hinkriegen ein Backup von einer Datenbank zu machen. Zusammen schafften wir es erstmal eine gute Weile beschäftigt zu sein um endlich herauszufinden, dass aus unerfindlichen Gründen der Postgres-Account gesperrt war. Er ließ sich nicht entsperren, also deaktivierten und aktivierten wir ihn und alles tat. Windows. Nur noch 6 Tage.
Mittags traf ich meine Besucher beim Campo del Moro, leider war aber wieder das Tor zu. Also fuhren wir (wieder) hoch zum Parque de la Montaña für unser heutiges Picknick und die Siesta.
Nach dem Picknick schauten wir noch in die Kathedrale und die Tiefgarage und wollten eigentlich noch ein Eis essen. Leider macht die Eisdiele aber erst um 19.30 Uhr auf und wir wollten nicht so lange warten. Also gingen wir noch kurz in die Markthalle bei der Plaza Mayor und dann heim.
Daheim fingen wir gegen 9 an zu kochen, es gab Tortilla, schwäbische Fleischküchle, Setas und Paradiescreme Stracciatella (dank einem ungenannten badischen Spender). Meine peruanische Mitbewohnerin bot an noch eine Pizza aufwärmen zu können, aber wir lehnten ab. Kein Vergleich zu unserer spanisch-deutschen Küche! Als das Essen fertig war, waren auch 50% meiner Mitbewohner da, und die anderen 50% kamen auch nicht allzu spät (sie musste noch irgendwelche Unterlagen von der Arbeit holen - um 10 Uhr abends!). Wir hatten einen sehr netten letzten WG-Abend.

Donnerstag 4.6.09

Bis wir loskamen war es wieder mal spät. Dann fuhren wir nach Moncloa und liefen von dort durch den Parque del Oeste bis zum Teleférico. Als wir dort ankamen, machten sie natürlich gerade Mittagspause und wir verbrachten eine gute dreiviertel Stunde im Rosengarten nebenan. Sonne. Warm. Um nicht zu sagen heiß.
Dann fuhren wir rüber nach Casa de Campo und liefen ein wenig durch die Gegend, bis wir einen Tisch fanden und picknickten (ja, es wiederholt sich etwas...).
Diesmal gab es keine Siesta, denn das nicht bew&aulm;sserte Gras ist nicht so angenehm weich. Außerdem hatten wir ja genug geschlafen. Es kam etwas Wind auf und ich befürchtete Regen, wir hatten aber Glück.
Nachdem wir wieder bei der Metro waren, fuhren wir nach Príncipe Pio um doch noch etwas Kultur in diesen Urlaub zu bringen (nachdem wir in keinem der berühmten Kunstmuseen waren). Wir sahen die von Goya ausgemalte Ermita de San Antonio de la Florida.
Den Heimweg traten wir wieder per Bus an und bekamen so noch eine Stadtrundfahrt. Und dann endlich wieder Siesta!
Auch diesen Abend fuhren wir noch in die Stadt und gingen in "La Mazmorra", eine sehr kultige Bar mit Kerker-Touch. Ein würdiger letzter Abend. Wir waren wieder noch zu Metrozeiten daheim, trotz Abendspaziergang.

Freitag 5.6.09

Frühstück mit Chocolate con Churros. Danach das traditionelle Schinken kaufen (nein, dieses Mal kein ganzer sondern nur 500 g) und noch einmal ein Versuch in den Campo del Moro zu kommen, wieder vergeblich (obwohl sie uns in der Touri-Info sagten es sei offen!).
Also fuhren wir zum Retiro für unser Picknick. Danach liefen wir noch etwas durch die Stadt um am Schluss mit dem Bus heimzufahren. Und dann war es auch schon Zeit zum Flughafen zu fahren und ich verabschiedete meine beiden Gäste indem sie mich zum Kaffee einluden.
Ich machte mich dann auf dem Weg zu der am schlechtesten erreichbaren Metrohaltestelle Madrids (Iglesia) zu meinem vorletzten Freitag-Abend-Gttesdienst. Danach ging ich heim und genoss einen sehr ruhigen Abend - ohne Besucher, ganz alleine!

Samstag 6.6.09

Schlafen und erholen von den ganzen Besuchern. Und meine Abgaben... morgen :)

Sonntag 7.6.09

Europawahl und Kommunalwahlen. Hoffentlich hat es mein Brief rechtzeitig nach Deutschland geschafft, bei der unglaublichen Effizienz der spanischen Post...

Montag 8.6.09

Uni... die letzten Dinge vorbereiten...
Mir Sorgen machen woher ich meine Kaution zurückbekomme...

Dienstag 9.6.09

Ich bin kein Admin mehr für Windows!! Juhu!! Heute hab ich meinen Job abgegeben an meine Nachfolgerin und hoffe nur, dass sie nicht bereut sich darauf eingelassen zu haben.
Außerdem hab ich meine Studienarbeit dem Menschen erklärt, der sie weitermachen soll. "Kennst du dich aus mit Apache, Tomcat, Java Servlets, MySQL und Java?" - "Äh keins davon."- "Na dann viel Spaß"

Mittwoch 10.6.09

Abschied vom Chor!! Wir haben gewichtelt und mit viel Zeremonie unsere Geschenke ausgetauscht. Ich hab ein Stofftier bekommen was eigentlich ein Lesezeichen ist. Ich werde ihn Gecece* nennen.
Es war ein sehr schöner Abend, wir haben wieder die Leute des Restaurants genervt mit Gesinge, wir haben 1000 Paparazzi-Fotos gemacht und am Ende musste ich mich verabschieden. Ich werde meinen Chor vermissen!!
Ich glaube das war der schwerste Abschied von allen.


* Wer sich fragt wie man das ausspricht: /Chesese/ wobei das /s/ wie das englische /th/ in "think" ist und das /ch/ wie im deutschen "Bach".

Donnerstag 11.6.09

Ein Skype-Date und die vorletzten Änderungen an meiner Ausarbeitung der Studienarbeit für Spanien. Es ist viel zu heiß zum Schlafen.

Freitag 12.6.09

Ich habe den ganzen Tag in der Küche geschwitzt oder beim Einkaufen (wörtlich, es hat 35 Grad im Schatten und keinen Schatten und wenn man kocht ist es unerträglich).
Meine Anstrengungen wurden belohnt als meinen Gästen am Abend alles schmeckte. Besser als in der Gemeinde allemal (immer versalzen und immer das gleiche)! Dort waren wohl wenige Leute, da ich mit meiner Konkurrenzveranstaltung vier Leute abgezogen hatte und die anderen fünf, die ich eingeladen hatte, waren krank oder sonstwie verhindert.
Wir waren drei Türken, ein Franzose und ich und ich lernte meinen zweiten türkischen Satz (nach "Tschok tschelöscheor son" - "Du arbeitest zu viel"): "Itschelim güzul Eschelim" - "Lasst und trinken und schöner werden"
Wir sangen auch ("Abba, Ima, lalalalaa" "Aaaaaay od lo ahavti day" "Ve'eshmeru shabahahahahat lala lala liiii") bis ich meinte, dass die Nachbarn sich eventuell beschweren (wir sangen nicht sonderlich schön, dafür mit viel Freude). Danach konnten wir nur noch kulturelle Besonderheiten austauschen (z.B. dass Franzosen ihre Luftschlösser in Spanien bauen und türkische Juden Ladino sprechen).
Nebenbei hab ich auch noch einen Interessenten für unser immer noch zu vermietendes Zimmer gefunden, ein Freund von einem der Türken. Mal sehen, ob er sich meldet.
Jetzt hab ich eine Tortilla, Nudelsalat, zwei Flaschen Wein, 2 Liter Cola und viele Kekse übrig - das muss ich alles bis Mittwoch essen!

Samstag 13.6.09

Noch ein Abschied. Diesmal von zwei Franzosen aus der Fakultät. Im Eiscafé. Das war neben dem Stadium d.h. ich hab jetzt auch endlich das Stadium von Real Madrid gesehen, wenn auch nur von außen. Groß.
Es hat 35 Grad gehabt heute Abend um 8, nachmittags war ich klugerweise nicht draußen. Aber später hat es geregnet und es ist etwas abgekühlt.

Sonntag 14.6.09

Noch ein Abschied. Mit noch ein paar Leuten aus der Gemeinde war ich Mittagessen. Es war wirklich sehr nett, ich werde sie sehr vermissen, auch wenn ich mich manchmal über die Freaks aufgeregt habe. Sie haben mir ein Buch geschenkt zum Abschied - buhuu ich hab doch keinen Platz mehr in meinem Gepäck!!
Am Nachmittag kamen dann noch zwei Leute um das Zimmer zu sehen, beide sehr nett. Vielleicht will es ja endlich jemand!
Am Abend war ich dann noch zum Abschluss in der Gemeinde, ein paar Abschiedsfotos, der letze Gttesdienst... ich werde es vermissen.
Danach war ich noch bei einem Freund zum Essen eingeladen. Es gab seltsames kubanisches Essen, Yuka, irgendwas mit Reis, Suppe und einen Nachtisch mit Tomaten!! Wirklich!! Tomaten!! Nicht so ganz mein Fall... aber es war ein sehr sehr netter Abend. Auch wenn wir eine ganze Menge unanständiger Dinge über Kuba lernten. Und über Israelis in Indien...
Ich bin zur Hochzeit eingeladen, kubanisch-israelisch in Spanien, vermutlich diesen Oktober. Mal sehen, ich wollte ja eh mal zu Besuch kommen :)
Nach dem Essen lief ich heim, einmal quer durch Madrid, ca. 1 Stunde. Aber es ist auch eine schöne Art Abschied zu nehmen, denn morgen und übermorgen hab ich bestimmt keine Zeit/Lust dafür so weit zu laufen - ich plane nochmal richtig lang wegzugehen.

Dienstag 16.6.09

Ich bin gerade heim gekommen und betrunken und traurig zu gehen und gleichzeitig war es so ein schoöner Abend, dass ich eigentlich gar nicht traurig sein kann. Mal sehen ob ich einen vernünftigen letzten Eintrag verfassen kann.
Heute Morgen war mein Studienarbeitsvortrag. Ich war sehr nervös und habe während des Vortrags die Hälfte meines Spanisch vergessen. Aber es war trotzdem ganz ok. Ich war sehr schnell, statt 7 Minuten hab ich wohl nur so ca. 5-6 gebraucht. Die 3 Minuten Fragen gingen auch sehr schnell und die Fragen waren nicht so arg kompliziert ("Welche Programmiersprache hast du verwendet", "Was stammt bei deiner Arbeit nicht von dir" und "Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzungsprogramm und deinem Programm"). Und ich habe überlebt!! Damit war es das, ich bin FREIIIIII!!!
Danach wollte ich eigentlich einen Kaffee trinken mit den Leuten aus dem Labor, aber dank spanischer Organisation war niemand da um 12.30 h. Um 13 Uhr kam meine Admin-Nachfolgerin, mit der ich mich auch recht gut verstehe. Gegen 13.30 h kam noch einer aus dem Labor. Da war ich aber mit meiner Admin-Nachfolgerin schon halb auf dem Weg zum Mittagessen. Also nichts mit Kaffeetrinken und nichts mit Verabschieden, weil die Leute einfach nicht da waren. Und der Prof schimpft über uns unorganisierte Studenten (er hatte das organisiert).
Mein Mittagessen fing mit eben meiner Admin-Nachfolgerin an und als sie gehen musste kamen ein paar Erasmus-Leute, so dass ich mich auch von denen verabschieden konnte. Um 15.30 h nahm ich zum letzen Mal den Bus 591 nach Colonia Jardín. Ich kann es noch nicht so wirklich begreifen.
Der nächste Abschied fand in der Stadt statt, von meiner ersten Freundin in Madrid, eine Amerikanerin. Und ihrem Freund, ein Informatiker aus Venezuela. 1,5 Jahre und wer weiß ob wir uns je wiedersehen (sie geht in einem Monat zurück nach Boston).
Danach traf ich mich mit einem aus dem Chor. Wir wanderten durch Madrid und begingen den Fehler in einen Souvenirshop zu gehen. Es gab ein wirklich nettes T-Shirt (bisher haben mir alle nicht gefallen, die ich gesehen habe), aber natürlich nicht in meiner Größe. Also suchten wir jeden Souvenirladen der Stadt ab, ohne Erfolg. Morgen...
Achja, es regnet übrigens, schon den ganzen Tag. Was für eine Art mich zu verabschieden, Madrid, schäm dich!!
Esta noche beberemos, porque no volvemos a vernos más...
Dann sammelten wir noch diverse Leute ein, bis wir schließlich zu zehnt in "La Mazmorra" saßen, Sangría tranken, Tortilla, Pimientos de Padrón, Queso Manchego und anderes aßen, redeten, lachten, schwitzten (es war sehr warm).
Wegen dem letzten Punkt beschlossen wir nach der ca. 5. oder 6. Jarra Sangría die Bar zu wechseln und gingen nach La Latina. Dort trank ich einen Tinto de Verano, dann wurde mir noch ein Sangría aufgedrängt und schließlich fuhren wir mit der vorletzten Metro heim. Das letzte Stück musste ich allerdings laufen.
Der Abend war wirklich sehr schön. Geschichten über Las Vegas, Deutschland, schlechte Witze ("Kommandant, da kommen Indianer" - "Wie groß sind sie?" - "So groß" (1cm) - "Ignorier sie." - wenig später "Kommandant, da kommen Indianer" - "Wie groß sind sie?" - "So groß" (20cm) - "Ignorier sie." - wenig später "Kommandant, da kommen Indianer" - "Wie groß sind sie?" - "So groß" (1m) - "Töte sie!" - "Kommandant, das kann ich nicht, ich kenn sie doch seit sie so klein waren!"), Wortspiele (Feuerzeug, "Entra un basco en un bar de pinxos, qué dice? - Ay, ay!"), Franzosenwitze ("Was sind die drei kürzesten Bücher der Welt?" - "X, Y, und das Buch der französischen Siege" [für X und Y beliebiges einsetzen]).
ICH WERDE EUCH ALLE SOOOO VERMISSEN!!!
Ich glaube, ich sollte ins Bett gehen. Dies ist mein letzter Eintrag aus Madrid, ich danke allen Fans dieses "Blogs" für ihre Treue... wir sehen uns!!